24Oktober

Symphonische Orgeln

Brauchen wir...symphonische Orgeln in (fast) jeder Kirche?

Millionenschwere Ausgaben belasten von Jahr zu Jahr die Kassen von Kirchen und Förderkreisen. Die Sammlung von Geldern für Orgelprojekte entfacht ein Inferno an Wahnsinn und Flächenbränden. Oft ist die 'alte' Orgel garnicht so 'irreparabel', wie es in manchen Gutachten heißt. Schnell wird diese nach Osteuropa verschachert - wo sich die Menschen dankbar freuen und die Orgelemporen werden damit frei gemacht für die mannigfaltigen Ideen der Kantoren und Orgelsachverständigen. Glück haben dabei die Instrumente, die im gleichen Ort von einer zur anderen Kirche umziehen dürfen, so wie unlängst in Kassel.

Keine Frage, oft ist der geplante Neubau richtig, aber eben nicht immer. Wenn es dann dazu kommt versucht man, für möglichst wenig Geld möglichst viel Orgel zu bekommen; das nennt man freie Marktwirtschaft. Die Orgelbauwerkstätten gehen deshalb darauf ein, weil sie in Verantwortung für ihre MitarbeiterInnen und ihrem Namen handeln. Zugedrückt wird das Auge auf beiden Seiten.
So entstehen im niedrigen bis mittleren Preissegment dann Orgeln, die sich mit einer Oboe und Vox coelestis im Schwellwerk und Super- und Suboktavkoppeln nebst einiger Transmissionen zur peinlich aufgemotzten pseudoromantischen Klangkörpern aufschwingen und natürlich gleich die klangliche Quittung für die Fehlplanung erhalten.
Fazit: symphonische Orgeln ja bitte, aber nur da, wo dem Willen auch entsprechende Möglichkeiten und schließlich Taten folgen.

Martin Forciniti
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Gepostet in Orgel

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